Lehrveranstaltung an der Universität München im WS 2009/10

Hauptseminar zur bayerischen und allgemeinen Landesgeschichte:

Geschichtsbilder im Glaubensstreit. Formen und Funktionen süddeutscher Chroniken des 16. Jahrhunderts

4stündig, Freitag, 8-12 Uhr, vierzehntägig. Beginn: 23.10.2009


Die klassische Form der Vermittlung von Geschichte ist die Geschichtsschreibung. So wie heute das allgemeine Geschichtsbild nur zum geringeren Teil von der Fachwissenschaft geprägt ist, so sind auch die Chroniken der vergangenen Epochen vielfach Abbilder des jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Diskurses. Chroniken vermitteln also nicht einfach nur Fakten, sondern geben immer auch Auskunft über den Erzähler und sein Umfeld. Diese Feststellung eröffnet einen besonderen Zugang zum hoch kontroversen Jahrhundert des Glaubensstreites über die chronikalischen Quellen, die in der frühen Geschichtswissenschaft noch eine bedeutende Rolle gespielt haben, in dern neueren Forschung aber stark in den Hintergrund getreten sind. Im Seminar soll daher mit bayerischem Schwerpunkt auf diese „alten“ Quellen ein neuer Blick im Kontext gewandelter Methoden und Fragestellungen geworfen und die Reflexion über die sich wandelnden Formen der Geschichtsschreibung angeregt werden.


Literatur zur Einführung: Markus Völkel, Geschichtsschreibung. Eine Einführung in globaler Perspektive, Köln/Weimar/Wien 2006.